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Der Stoff, aus dem Reiterträume sind

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Pitschepatsche durch die Furt

B ialla ist ein eifriges kleines Pferdchen: Tripptrapp setzt die weiße Stute Huf vor Huf. Selbst an der Furt zögert die Isländerdame, deren Name übersetzt „Glöckchen“ bedeutet, nicht, sondern patscht gut gelaunt durchs Wasser. Lediglich beim Gullideckel schaut sie etwas misstrauisch drein. Ob der wohl Pferde verschlingt?

Wie gut, dass Gullideckel heute Mangelware sind. Denn wir sind unterwegs auf der Warendorfer Reitroute, und dieser Bestandteil der Münsterland-Reitroute besticht vor allem durch eines: die traumhafte Kulisse der Münsterländischen Parklandschaft, kombiniert mit bestens präparierten Reitstrecken. Ein Eldorado für Ross und Reiter? Aber sicher! Wer es noch nicht wusste: Mit 80 000 behuften Vierbeinern ist das Münsterland „die“ Pferderegion Deutschlands. Auf der rund 1000 Kilometer langen Reitroute quer durch alle Kreise und die Stadt Münster tummeln sich Sportgrößen aus der Region genauso wie Freizeitreiter, Fahrsportler und Reittouristen.

Wer im Münsterland unterwegs war und keine Nüstern oder Hufeisen zu Gesicht bekommen hat, hat definitiv etwas falsch gemacht!

Ein Drittel der Reitroute besteht aus naturbelassenen Wegen.

Wanderritte von Hof zu Hof

Ehrensache, dass Warendorf als Reiterstadt ganz vorn dabei ist. Allein im nördlichen Teil des Kreises Warendorf laden mehr als 200 Kilometer Strecke zum Aufgalopp ein. Bei der Streckenplanung haben die Reiter freie Auswahl: Neben einem großen Rundkurs, der 130 Kilometer umfasst, gibt es auch kürzere Touren, die flexibel miteinander kombiniert werden können.

Besonders attraktiv sind die Wegstrecken entlang der Ems. Rechts plätschert der Fluss, links zwitschern die Vögel im Baum, die Sonne steht an diesem Septembertag wärmend am Himmel. "Bialla" stellt aufmerksam die Ohren auf und trabt munter voran.

Pause gefällig? Auf dem Weg laden Raststationen zur Einkehr ein. Das gastronomische Angebot richtet sich dabei an Ross wie Reiter gleichermaßen: Kaffee und Kuchen für den Menschen - eine Fuhre Heu oder Weidegrad für das Tier. Auch Übernachtungen sind möglich. Während die Pferde auf der Weide oder in Boxen gut untergebracht sind, können die Reiter ausruhen und hoffen, dass der Muskelkater am nächsten Morgen nicht allzu schlimm ist.


Im Gelände unterwegs? Zwei Sachen nicht vergessen: den Reithelm und das Reitkennzeichen!

Auf dem DOKR-Gelände staunt die weiße Stute.

Schließlich trifft sie hier auf ein Superstars der Pferdewelt. DOKR ist die Abkürzung für "Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei". Es ist an die "Deutsche Reiterliche Vereinigung" (FN) angeschlossen, die ebenfalls ihren Sitz in Warendorf hat, und hat sich den Spitzensport auf die Fahnen geschrieben. Nicht umsonst steht vor dem Eingang eine Statue der "Wunderstute Halla", die einst den schwer verletzten Hans Günter Winkler in Stockholm zum Olympiasieg trug.

Bialla schnaubt wieder und beschließt dann, dass sie sich hinter "Halla", "Florestan", "Fidermark" und Co. keineswegs verstecken muss. Schließlich kann die Stute von Hof Vertherland in Handorf etwas, das die "Großen" nicht können - und mögen sie noch so viele Medaillen gewonnen haben: den "Tölt", die spezielle Gangart, die das Reiten auf Islandpferden so angenehm macht.

Genau das genießen wir zum Abschluss unseres Tagesritts auf der Warendorfer Reitroute noch einmal in vollen Zügen. Den Hals stolz erhoben, gibt "Bialla" Gas. In der schräg stehenden Septembersonne blinken die Hufeisen der vor ihr töltenden Pferde, in der Ems fischt ein Reiher, am Wegesrand blüht die Heide.

So sehen Reiterträume aus . . .


Entdecker-Tipp

Zur Vorbereitung können sich Wanderreiter die kostenlose Reitwanderkarte der Warendorfer Reitroute mit Begleitheft im Maßstab 1:40.000 bestellen: entweder telefonisch unter 0 25 81 / 53 61 42 oder per E-Mail an tourismus@kreis-warendorf.de.

Entdecker-Dank

Unser Entdecker-Dank geht an das Warendorfer Stadtmarketing, das diese Entdecker-Story im Rahmen einer "Ausprobiert"-Aktion für Journalisten ermöglicht hat.

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