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Cutty Sark: Vom Rekord-Klipper zum Museumsschiff

Rahmen markieren die Orte, an denen Joan Miró seine Staffelei aufstellte, um die Landschaft in Szene zu setzen.
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Sonnenuntergang auf dem Burj Khalifa
Burj Khalifa: Herrscher unter den Türmen
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Entdecker-Mama: „Hey, kleiner Entdecker. Schau' mal: Da vorn ist das Museumsschiff aus deinem Englischbuch!““

Kleiner Entdecker: „Ohja, die Cutty Sark! Können wir uns die nicht anschauen? Biiiitttteeee?!?“

Entdecker-Mama: „Na dann – let's get tickets!“

Wo sind die Entdecker denn diesmal gelandet? - In Greenwich!

Das ist ein Stadtteil von London. Einfach der Themse Richtung Meer folgen, dann taucht er irgendwann am südlichen Ufer auf. Bekannt ist Greenwich vor allem wegen des Nullmeridian.

Von dieser Linie aus wird die geografische Länge nach Osten und Westen gezählt. Warum? Weil Wissenschaftler das einfach irgendwann einmal so entschieden haben! Irgendwo muss man ja anfangen zu zählen …

Auf dem Boden des ehemaligen Royal Greenwich Observatory im Greenwich Park ist die Linie markiert.

Das finden wir zwar auch hochspannend, aber jetzt ist uns erst einmal nach Schiffen und ihren spannenden Geschichten. Schließlich schreiben wir Entdeckerstorys, auf Englisch Stories mit „ie“ – und die „Cutty Sark“ bietet jede Menge davon!

 

Was unterscheidet die "Cutty Sark" von einem normalen Schiff?

Das fängt schon beim Namen an. Der ist nämlich sehr ungewöhnlich. „Cutty Sark“ bedeutet „kurzes Hemd“. So eines trägt die schöne Hexe "Nannie" in einem Werk des berühmten schottischen Dichters Robert Burns. Und das wiederum hatte den Londoner Reeder John Willis, der das Schiff 1869 bauen ließ, so inspiriert, dass er sein neues Handelsschiff danach benannte.

Dreimal dürft ihr raten, wie die Gallionsfigur der „Cutty Sark“ aussah?
 
ein Wassermann mit einem Dreizack?
ein Seepferdchen mit Zylinder?
eine Hexe im kurzen Hemdchen?

Es ist natürlich die Hexe im Hemdchen! Aber auch die Sache mit dem Zylinder ist nicht ganz verkehrt. Reeder Willis trug nämlich immer einen auffallenden weißen Zylinder.

Generell scheint der Herr nach typisch englischer Sitte etwas verschroben gewesen zu sein. Am Bug der "Cutty Sark" ließ er als Motto ein Wortspiel mit seinem Namen anbringen:

„Where there’s a Willis a way“

Das soll eigentlich heißen: "Where there’s a will is a way“„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Aber mit seinem Namen eingebaut, ist es viel lustiger, finden wir!

Der lange Weg der Cutty Sark

Ihren Weg fand die „Cutty Sark“ nahezu immer! Als Woll- und Teeklipper war es ihre Aufgabe, Handelswaren aus fernen Ländern nach England zu transportieren. Bis 1885 erledigte sie diese Aufgabe zuverlässig, aber ohne großes Aufsehen.


Dann kam allerdings ein neuer Kapitän: Richard Woodget war ein Mann mit großem Ehrgeiz und hatte viel vor mit der „Cutty Sark“. Er ließ das Schiff umbauen und reduzierte die Mannschaft von 28 auf 20 Mann. Seine Rechnung ging auf. Fortan brach der Klipper alle Geschwindigkeits-Rekorde und holte Preis um Preis.

Zehn Jahre dauerte die Erfolgsgeschichte der „Cutty Sark“ an, dann begann der Abstieg. An eine portugiesische Reederei verkauft, musste das Schiff aus Kostengründen weitere Umbauten über sich ergehen lassen. Ihr Zustand wurde immer trauriger.


Dann aber ein kleines Wunder: Als die „Cutty Sark“ in erbarmungswürdigem Zustand 1912 im Hafen von Falmouth einlief, erkannte sie der bereits pensionierte Kapitän Wilfred Dowman wieder. Er hatte als Schiffsjunge auf der „Cutty Sark“ gelernt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau fasste er den Entschluss, das Schiff zu kaufen und restaurieren zu lassen.

 

Erst diente der Klipper noch als Ausbildungsschiff.

1938 unternahm er seine letzte Reise. 1957 kam die Cutty Sark nach Greenwich und wurde zum Museum.

Jahrzehntelang bestaunten Besucher den letzten erhaltenen Teeklipper der Welt, der einst der Stolz der britischen Handelsflotte war. Nach dem berühmten Schiff wurde nicht nur eine Whisky-Sorte benannt, sonder es kommt auch sogar in einem Liedtext der "Dire Straits" vor:

"Around the Cutty Sark the single-handed sailor goes sailing, sailing away in the dark."
Dire Straits - Single Handed Sailor


 

Der Tag, als das Feuer ausbrach

Doch dann kam der 21. Mai 2007 … Eigentlich sollte das Schiff restauriert werden. Bei den Arbeiten blieb ein Staubsauger versehentlich ein Wochenende lang eingeschaltet. Er geriet in Brand – und die Flammen wüteten mächtig in der „Cutty Sark“.

Was für ein Drama!

Zum Glück waren große Teile des Schiffszubehörs für die Restaurierung bereits ausgelagert gewesen. Es gelang, die „Cutty Sark“ wiederherzustellen. Am 25. April 2012 wurde das Museumsschiff neu eröffnet. Mit königlichen Gästen! Dabei waren nämlich auch Queen Elizabeth II. und ihr Ehemann Prinz Philipp.

Und jetzt stehen WIR auf dem geschichtsträchtigen Deck der Cutty Sark!

 

Ein komisches Gefühl!

Sofort haben wir Bilder im Kopf, wie sich das Schiff tapfer durch einen Sturm kämpft. Im Englischbuch muss sich der Schiffsjunge Ben Briggs beweisen bei so einer Fahrt. Beim Klettern in der Takelage stellt er sich eher ungeschickt an.

Aber dann schlägt eine riesige Woge über Deck und reißt den ersten Maat fort, der nicht schwimmen kann. Der Kapitän wirft einen Rettungsring ins Wasser – aber die eigentliche Heldentat vollbringt der Schiffsjunge: Ben Briggs stürzt sich ins Wasser und rettet den Maat. „Du bist ein mutiger Mann“, sagt der Kapitän zu dem Jungen.

 
 
 
Als wir auf das Boot nach London-City steigen, verfolgen uns die stolz aufgerichteten Masten der Cutty Sark noch lange. Ein echtes Entdecker-Museum!

Entdecker-Tipp

Wenn ihr das Schiff noch aus einer anderen Perspektive bewundern möchtet, geht doch einfach durch den Greenwich Foot Tunnel unter der Themse hindurch. Der Tunnel selbst ist schon ein Erlebnis – und von der anderen Seite aus habt ihr einen tollen Blick auf Greenwich Pier mit der Cutty Sark.

Beim Blick in die Takelage der "Cutty Sark" hatten wir Entdecker sofort Bilder im Kopf von tapferen Männern, die gegen wilde Stürme kämpfen!

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Entdecker-Info

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10 Comments

  1. Liebe Entdecker,
    das ist ja ein super spannendes Museum! Das war sicher total interessant! Was für ein toller Tipp 🙂
    Da hatte sicher nicht nur der kleine Entdecker ganz große Augen
    liebe Grüße
    Ines und Thomas

    • Ines-Bianca sagt:

      Ihr Lieben!
      Vielen Dank! Ich fand das Museum auch total toll. Zumal ich dann ja erfahren habe, was sie Cutty Sark schon alles hinter sich hat. Die Idee mit den Schauspielern ist auch großartig. Das wechselt wohl regelmäßig. Mal ist es ein ehemaliger Schiffsjunge – in unserem Fall der verschrobene Reeder … 🙂
      Wenn ihr mal vorbeikommen solltet – es lohnt sich! 🙂
      Ines-Bianca

  2. Hach, wie toll!
    Museumsschiffe begeistern uns auch immer, da können wir nicht dran vorbei gehen.
    Und dazu die ganze Geschichte, die das Schiff hat – großartig!

    Liebe Grüße Gina und Marcus

    • CJ sagt:

      Liebe Gina, lieber Marcus!
      Das ist wirklich ein besonders tolles Museum. Nachdem ich vorher schon so viel darüber gelernt hatte in der Schule, war das natürlich besonders spannend. Aber ich war echt froh, dass ich die Entdeckerstory nicht auf Englisch schreiben musste! Mama hatte das erst vor! 🙂
      LG! CJ

  3. Liebes Entdecker-Team 😉

    wie spannend es wohl wäre, wenn das Schiff Geschichten erzählen könnte.
    Aber es ist doch ganz besonders cool, kleiner Entdecker, wenn man Schulwissen sinnvoll im Leben erleben und entdecken kann, oder?

    Liebe Grüße, Katja – als Entdecker bin ich eher der https://auszeitgeniesser.de 🙂

    • CJ sagt:

      Liebe Katja,
      das ist mega! So wurden die Texte im Englischbuch gleich viel spannender! Auf Englisch schreiben wollte ih die Geschichte aber trotzdem nicht … 😉
      Deinen Blog hat Mama ja längst auf dem Schirm. Ich finde Wellness auch klasse! Tolles Essen und schöne Hotels und Therme mag ich! Vielleicht entdecken wir ja mal was zusammen! 🙂
      LG,
      CJ

  4. Jenny sagt:

    Hmmm, die Geschichte von der mutigen Rettung des Maats scheint mir aber doch Seemannsgarn zu sein. Die meisten Seeleute konnten früher nicht schwimmen, und bei bewegter See und fahrendem Schiff – das bewegt sich ja schnell vorwärts! – war eine Rettungsaktion eigentlich ziemlich aussichtslos, auch wenn jemand gut hätte schwimmen können. Ich hab mal irgendwo gelesen (in einem Museum?), dass ein Seemann, der von Bord fiel, damit sofort als tot aufgegeben wurde. Und dass es daher auch gar keinen Sinn machte, für solche Fälle schwimmen zu lernen… :-/

    Trotzdem: In welcher Klasse lernt denn der kleine Entdecker Englisch? Das Buch scheint ja schon mal spannend zu sein!

    Liebe Grüße
    Jenny

    • CJ sagt:

      Liebe Jenny,
      ich wusste auch nicht so genau, was ich von der Geschichte halten sollte … ich hab Bilder von Schiffen im Sturm gesehen. Wie soll das gehen bei diesen riesigen Wellen? Ich würde es mir nicht zutrauen! Und ich bin Rettungsschwimmer! 🙂 Aber es war auf jeden Fall eine gute Geschichte! Im Englischbuch erzählt sie einer der Schauspieler von der „Cutty Sark“. Wir haben dort ja den Reeder getroffen. „Meet the Crew“ heißt das – und ist doch eine tolle Idee, oder?
      Wir lernen in NRW übrigens ab der ersten Klasse Englisch. Ich verstehe mittlerweile schon eine ganze Menge. Aber selbst sprechen ist noch richtig schwierig, habe ich in England festgestellt!
      Liebe Grüße!
      CJ

  5. Bruno sagt:

    Wie immer sehr schön geschrieben, gut recherchiert und unterhaltsam rübergebracht. Bei euch kann man immer was dazulernen.
    Viele Grüße
    Bruno

    • Ines-Bianca sagt:

      Lieber Bruno,
      vielen Dank für die Blumen!
      Wir finden Geschichten prima! Und weil wir selbst davon am meisten lernen, möchten wir euch die nicht vorenthalten! 😉
      Ganz liebe Grüße!
      Ines-Bianca

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