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Mit dem Floß durch die Tropfsteinhöhle

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Flugs noch eine gelbe Plastikhülle zum Schutz übergestreift - dann ab ins Floß.

Wackelt das? Nö! Los geht’s!

Das rote Schlauchboot setzt sich in Bewegung und taucht unter Wasserrauschen und perlenden musikalischen Klängen ein in eine unterirdische, farbenfrohe Märchenwelt!

 

Wo sind wir denn diesmal gelandet? In China! Genauer gesagt in der Provinz Shandong im Nordosten des Landes.

Nahe der Stadt Tai’an schlummerte lange unbemerkt eine unterirdische Sensation, die weltweit ihresgleichen sucht.

Über Jahrmillionen hinweg perlte Tropfen für Tropfen von den Decken der Kalksteinhöhlen ab. Sobald das Wasser verdunstete, blieben die Kalktanteile zurück und formten sich im Laufe der Jahre zu bizarren Gebilden: Stalaktiten, die von der Decke herabhängen und Stalagmiten, die auf dem Boden „wachsen“. Wo es die Geologie wollte, vereinigten sich beide Arten von Tropfsteinen zu monumentalen Säulen. Mittendrin: ein unterirdischer Fluss.

Ein erdgeschichtliches Wunder!

2003 stießen Arbeiter zufällig auf diesen steinernen Schatz. Und schnell war klar: Das muss touristisch genutzt werden. Was in Deutschland wahrscheinlich undenkbar wäre: Schon kurz nach der Entdeckung legte die Taishan Tourism Development Ltd. hier den Grundstein für ein riesiges Freizeit-Resort, das nach wie vor kontinuierlich ausgebaut wird. Hotelzimmer, Einkaufsmeile, Schlemmertempel - die Infrastruktur rund um die Tropfsteinhöhle lässt keine Wünsche übrig.

Im Mittelpunkt des „Taishan Baotailong tourism resort" steht aber die "Waterride"-Attraktion im Great Rift Valley of the Taishan.

Hier kommt das anfangs erwähnte Schlauchboot ins Spiel. Genauer gesagt: Mehrere Dutzend davon. Die Tourismusexperten wandelten den unterirdischen Fluss in einen rund drei Kilometer langen Kanal um und schufen so die Voraussetzung für einen der längsten „Waterrides” weltweit: Rund 20 Minuten schaukeln die Besucher auf kurvigen Strecken durch den Berg - eine Erweiterung ist zumindest nicht ausgeschlossen.

Die Baukosten bis zur Eröffnung beliefen sich auf umgerechnet rund eine Viertelmilliarde Euro. Eine lohnende Investition befanden die Tourismusexperten - und sollten Recht behalten. Schon kurz nach der Eröffnung wurde die Tropfsteinhöhle mit der Floßfahrt nach chinesischer Kennzeichnung mit gleich 4 „A“ bedacht - eine Top-Wertung! Mehr als zwei Millionen Besucher zieht die Attraktion jährlich an.

2003 wurde die Tropfsteinhöhle zufällig entdeckt. Kurz darauf wurde bereits der Grundstein für ein gigantisches Freizeit-Resort rund um Höhle und Floßvergnügen gelegt. Inzwischen besuchen mehr als zwei Millionen Touristen jährlich die Attraktion.


Genug geplaudert!

Die Bootstour ist beendet. Raus aus den Plastik-Capes! Nass ist niemand geworden. Obwohl die Fahrt erst für Kinder ab zwölf Jahre gestattet ist, gleitet das Boot eher gemächlich dahin. Nur auf kurzen Abschnitten nimmt es etwas mehr Fahrt auf.

Jetzt kommt der zweite Teil des Abenteuers: Zu Fuß geht es die rund eineinhalb Kilometer zurück zum Ausgang. So können die Besucher noch einmal in aller Ruhe die Tropfstein-Formationen betrachten und bei besonders spektakulären Gebilden wie dem „Jadekaiser“ inne halten.

Die knallbunten Bonbon-Farben überall? Das ist so eine Sache ... der eine liebt sie, der andere findet sie kitschig. Hier prallen chinesischer und europäischer Geschmack aufeinander. Wir finden: die Großartigkeit dieser geologischen Entdeckung können sie nicht schmälern - im Gegenteil:

Hier erwacht das Märchenland für einige Zeit zum Leben.


Die Legende sagt: Wer die mehr als 6000 Stufen meistert, die auf den Taishan führen, und zum Sonnenaufgang am Tempel des Jadekaisers ist, dem winken Glück, Reichtum und ein langes Leben.

Entdecker-Tipp

Einen weiteren Entdecker-Bericht über die Reise nach Shandong finden Reise-Fans im Online-Auftritt der Westfälischen Nachrichten. Hier geht es um den heiligen Berg Taishan.
 
China_Entdecker_Tipp

Entdecker-Dank

Unser Entdecker-Dank geht an das Reiseunternehmen China Tours, das diese Entdecker-Story im Rahmen einer gesponserten Pressereise ermöglicht hat.
 

25 Comments

  1. Jo Jonson sagt:

    Was für wunderschöne Bilder. Als wäre man in einen Regenbogen gefallen. Es scheint, als müsse ich meine Meinung über China noch einmal gründlich überdenken.

    • Ines-Bianca sagt:

      Wie schön Du das ausgedrückt hast!!! 🙂 Obwohl ja gerade das auch ein Kritikpunkt ist: Wie stark geht die Natur hinter dieser künstlichen Inszenierung verloren? Und wer außer den Chinesen kommt noch auf die Idee, in so ein Naturwunder eine Floßfahrt hineinzubauen? Ein Thema, das kontrovers ist. Ich muss gestehen, dass ich von dem Gesamtkunstwerk schon begeistert war. … Es ist ein spektakuläres Event …

  2. Ja wow, was die da nicht alles daraus machen! Ist ja echt wahnsinn, aber ich glaube ich mir würde das „Natürliche“ doch mehr gefallen. Finde es auch in den USA immer wieder schade, wenn solche unechten Parks darauf gemacht werden. Die Erde ist doch auch in der Realität soooo schön 😉

    • Ines-Bianca sagt:

      Wir Europäer ticken da auf breiter Front einfach anders, denke ich? Da prallen Kulturen aufeinander. Für die einen ist es eine Art „Vergewaltigung“ der Natur – für die anderen wird sie nur besonders schön in Szene gesetzt. Schwierig zu bewerten!

  3. Tina sagt:

    So bunt sieht schon irgendwie cool aus 😍. Ich wundere mich immer wieder, was man in China alles so entdecken kann. Ich liebe dieses Land einfach.

  4. China total und diese Höhle stehen auch noch ganz oben auf unserer Zielliste. Auf jeden Fall bekommt man ungeheure Lust, gleich loszuziehen in den grauen Tagen des Winters. Geniale Fotos und ein spannender Text. Vielen Dank dafür und weiter so! Liebe Grüße von Matthias und Andrea vom SpicysBlog (https://www.spicy.art.works)

    • Ines-Bianca sagt:

      Ich möchte euch diese Höhle wirklich ans Herz legen – auch wenn bei uns durchaus kontrovers diskutiert wurde über die Inszenierung dieses Naturwunders. Ob mit bunten Strahlern oder ohne – die Natur hat dort Fantastisches vollbracht, wie ich es selten erlebt habe! Und die Provinz Shandong ist besonders interessant: Mit Qingdao und seiner preußischen Periode – mit der fantastischen Küche – mit Konfuzius und der Stätte seines Wirkens und natürlich dem Heiligen Berg Taishan! Ganz liebe Grüße an Euch tolle Fotografen!

  5. Selda sagt:

    Liebe Ines,
    Tropfsteinhöhlen haben was Magisches, finde ich. Ich muss mir auch immer solche Naturereignisse ansehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Tolles Erlebnis!
    China fand ich auch sehr cool. Das Land ist so groß, dass man mehrfach hinreisen muss, um alles zu sehen. Wir haben mit der klassischen Ecke angefangen. Sehr schöner Artikel, den ich mir merken werde.

    Liebe Grüße, Selda

    • Ines-Bianca sagt:

      Dankeschön! Ich bin auch noch lange nicht gesättigt von China! Ich würde gern noch viel mehr von dem Land sehen!!! Finde ich auf Deinem Blog Berichte aus China? Dann schau‘ ich gleich mal …

  6. Bruno sagt:

    Boah, die Farben sind ja Granate. Sie erschlagen einen ja förmlich. Ja, die Höhle würde ich mir in jedem Fall auch anschauen. Super Tipp.
    Viele Grüße

    Bruno

  7. Das ist ja wirklich eine tolle Attraktion. Wir lieben Höhlen. Wenn Du mal nach Asturien kommst, da gibt es auch etwas ähnliches. Ich habe auf meinem Blog auch schon über eine Höhle geschrieben. Allerdings in Frankreich. In Niaux (in den Pyrenäen) kannst Du mit Taschenlampe in einer kleinen Gruppe ins Erdinnere abtauchen und dabei auch uralte Malereien unserer Vorfahren besichtigen. Wunderschön (Habe ich Dir verlinkt). Ich freue mich auf weitere Eindrücke. LG Katja

    • Ines-Bianca sagt:

      Oh, da muss ich mal lesen bei Dir! Von den Höhlenmalereien habe ich auch schon gehört. Spannend, sich vorzustellen, wie das war, als die entstanden sind!!!

  8. Josefine sagt:

    Wow, das sieht wirklich beeindruckend aus! Tropfsteinhöhlen haben wir in Deitschalnd ja auch ein paar sehr beeindruckende, aber eine Schlauchboottour kannte ich auch nicht nicht.

  9. ErlebnisErde sagt:

    Das hört sich nach einem tollen Ausflugsziel an! Werde ich mir merken! 😊 Da wurden Erinnerungen an die Drachenhöhle in Mallorca wach.

  10. Die Tour hätte ich auch gern gemacht! Dabei bin ich eigentlich nicht so der Fan von Tropfsteinhöhlen. Habe ich es richtig verstanden, dass man in den Höhlen auch wohnen kann? Oder ist das neu gebaute Hotel außerhalb?

    Viele Grüße
    Feli

    • Ines-Bianca sagt:

      Das Freizeit-Resort erstreckt sich oberirdisch drumrum. Auf einem riesigen Areal! Mit regelrechten Einkaufs-Hallen! 🙂 Die Idee, in den Höhlen Unterkünfte zu schaffen, hätte aber auch was für sich. Da ist inzwischen so viel eingebaut – warum nicht? 🙂

  11. Die Bilder sind wirklich wunderschön! 🙂 Klingt nach einem sehr sehenswerten Ort 🙂
    LG Julia

  12. Cori sagt:

    Ist es nicht traurig, wie der Mensch diesen Millionen Jahre alten Ort innerhalb kürzester Zeit ‚missbraucht‘? Es ist natürlich schön anzusehen, aber dennoch krass, dass es erst 2003 entdeckt wurde.

    • Ines-Bianca sagt:

      Diese enorm kurze Zeitspanne hat uns auch geflasht. In Deutschland würde so eine Höhle wahrscheinlich erst einmal 20 Jahre abgeriegelt und jeder Millimeter abgesucht, bevor auch nur dran zu denken wäre, da irgendeine Infrastruktur zu schaffen …

  13. Diana sagt:

    Ich glaube, es würde mir gefallen unter der Voraussetzung, dass das nicht in allen Höhlen so gehandhabt wird. Sondern dass ich dann auch Höhlen besuchen kann, wo ich mir vorstellen kann, wie es wäre mit einem kleinen Licht hineinzulaufen. In Frankreich war ich mal unterwegs mit einer Bahn in einer sehr langen Höhle.

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