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Cheetah Conservation Fund: Ein Herz für Geparden

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Als ich beim Cheetah Conservation Fund in Namibia zum ersten Mal Geparden in ihrer natürlichen Umgebung sehe, steht für mich sofort fest: Geparden sind die schönsten Tiere der Welt!

Ihr Fell glänzt wie Gold, jeder Gepard hat ein ganz eigenes Muster aus Tausenden von Flecken, und die Augen leuchten wie Bernsteine. Dazu dieser elegante Körper: endlos lange, muskulöse Beine, ein kleiner, edler Kopf und ein langer Schwanz zum Ausbalancieren.

Außerdem sind sie die schnellsten Landtiere der Welt! Über 100 Stundenkilometer können die flinken Jäger, die vor allem in Afrika südlich der Sahara leben, erreichen. Wie die Natur das hinbekommen hat, habe ich euch am Ende der Story in den Entdecker-Infos zusammengefasst. Einfach toll!

Während sich ein Prachtexemplar schnurrend vor uns unter einem Baum räkelt, möchte ich am liebsten direkt einen Fanclub gründen.

 
Wie das Beispiel des Cheetah Conservation Fund zeigt, bin ich damit nicht allein.

Denn obwohl Geparden die schnellsten Landtiere der Welt sind, haben sie es schwer, in der heutigen Zeit zu überleben.

Für einen der Gründe ist die Natur selbst verantwortlich: Weil die Mutter die Kinder allein aufzieht, ist die Sterblichkeit unter den Nachkommen sehr groß. Sobald die Mutter sich zum Jagen entfernt, kommen nämlich die Feinde wie Leoparden oder Hyänen. Für die anderen Raubkatzen sind Geparden Konkurrenz, also versuchen sie, die schnellen Jäger auszuschalten, wenn sie noch klein und hilflos sind. Vor rund 10.000 Jahren wären Geparden schon einmal fast ausgestorben, weil sie sehr spezialisiert und an ihre Umgebung angepasst sind.

Veränderungen sind für sie im wahrsten Sinne des Wortes tödlich.


Das hat Dr. Laurie Marker bewogen, den Cheetah Conservation Fund zu gründen.

Denn inzwischen stehen wir wieder an dem Punkt, dass die Geparden vielleicht bald von der Erde verschwunden sind. Diesmal liegt es aber nicht an den tierischen Feinden – sondern an den menschlichen. Beim Besuch des Cheetah Conservation Fund“ (CCF) in der Nähe von Otjiwarongo lernen wir: Wenig begeistert von den schnellen Räubern sind nicht nur andere Raubtiere, sondern auch die Farmer. Vor allem für die Jungtiere in ihren Schaf-, Ziegen- oder Rinderherden sind Geparden eine große Gefahr. Also fackeln die Menschen oft nicht lange, wenn sie einen der gefleckten Jäger erspähen und greifen zur Flinte. Erwischen sie ein Muttertier, bleiben dann hilflos fiepende Welpen in der Savanne zurück.

Genau das ist der Punkt, an dem der Cheetah Conservation Fund ins Spiel kommt.

Die amerikanische Biologin Dr. Laurie Marker gründete ihn 1990, um die Geparden zu erforschen und verwaiste Gepardenkinder vor dem Tod zu retten. Schnell stellte sie fest, dass der Konflikt zwischen Farmern und Raubtieren ein wirklich großes Problem für die Geparden darstellt. Mit Rettungs- und Umsiedlungsaktionen allein war es nicht getan - das CCF-Team brauchte ein umfassenderes Konzept, um die Menschen aufzuklären und die Geparden vor der Ausrottung zu bewahren.

1990 wurde der Cheetah Conservation Fund gegründet. Inzwischen hat er sich zu einer anerkannten Gepardenforschungsstation entwickelt. Die deutsche Partnerschutzorganisation ist die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA).

Die Freigehege beim CCF sind so groß, dass die Tiere so artgerecht wie möglich leben können. Mit einem Jeep geht es mehrmals täglich auf Besichtigungstour. Da die Tiere allerdings daran gewohnt sind, nehmen sie es gelassen.


 

Auf dem Gelände des Cheetah Conservation Fund finden Besucher deshalb ein informatives Gesamtpaket rund um die Geparden vor:

Hier gibt es auf circa 250 Quadratkilometern unter anderem viele große Freilaufgehege. „Was?“, werdet ihr jetzt vielleicht fragen. „Wie in einem Zoo!?!“ Ein bisschen ist das tatsächlich so, auch wenn die Flächen natürlich viel, viel größer sind als in unseren Zoos. Leider geht es nicht anders. Wenn ein Gepard zu jung seine Mutter verliert, ist er nicht genügend auf die Wildnis vorbereitet. Zwar versucht das Team, den einen oder anderen Geparden doch noch auszuwildern – aber es gelingt eher selten. „Die anderen Geparden halten wir hier in Gehegen und zeigen sie den Menschen, damit sie Botschafter ihrer Art sein können“, erklärt uns unser Guide.

„Geparden sind keine Schmusetiere!“, lautet die Botschaft beim Cheetah Conservation Fund.

Ein Kompromiss - aber einer, der für die Tiere in Ordnung zu sein scheint, wie wir bei einer Fahrt durch ein Gehege sehen. Hier stoßen wir auf „Polly“, „Rohinitalalla“, „Darwin“ und „Livingston“. Sie alle teilen das gleiche Schicksal: Sie haben ihre Mutter verloren, bevor sie alt genug waren, um sich selbst in der Wildnis durchschlagen zu können. Damit sie trotzdem annähernd artgerecht leben, müssen sie auch in Gefangenschaft ihr Fleisch regelmäßig "erjagen". Auf einer Rennbahn finden die typischen Hetzjagden statt, für die die Natur die schnellen Jäger ausgerüstet hat. Allerdings lebt die Beute nicht mehr.

Gelassen mustern die Raubkatzen die Besucher, während sie - wie unsere Haukatzen! - schnurrend unter den Büschen liegen. Am liebsten würde ich ja einen streicheln – aber das ist hier (im Gegensatz zu anderen Locations, wo die Betreiber Geld mit Touristenfotos machen) streng verboten!


Achtung:
Geparden-
fütterung!

Ihr seid Vegetarier oder sogar Veganer? Dann empfehle ich euch, das Video besser nicht anzuschauen ... Geparden sind echt nicht zimperlich beim Essen!

Ein wenig später stelle ich fest, dass die so friedlich aussehenden Tiere auch ganz anders können. Hinter dem Hauptgebäude des Cheetah Conservation Fund findet inzwischen die Gepardenfütterung statt. Ein ganz schönes Gebalge und Gefauche ist das vor den Toren, wie ihr im Video hören könnt!

Was interessant ist: Die Geparden beim Cheetah Conservation Fund fressen aus Schüsseln wie unsere Hauskatzen in Deutschland. „In der Natur essen sie auch nicht direkt vom Boden“, weiß unser Guide und liefert die unappetitlichen Details direkt mit: „Sie öffnen den Bauch ihrer Beute und schlingen so schnell wie möglich so viel wie möglich hinunter, bevor Feinde wie Leoparden oder Hyänen kommen.“

Das sehen wir! Nach kurzer Zeit sind alle Knochen blitzeblank!

Was sagt ihr zu meinem Video? Würdet ihr euch das ebenfalls anschauen?




"Müssen noch viel Überzeugungsarbeit leisten."

In dieser Entdeckerstorys dreht sich alles ums Konzept des Cheetah Conservation Fund in Namibia

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Die Erforschung von Geparden, die Rettung, Aufzucht und Haltung verwaister Welpen sowie viel Aufklärungsarbeit - jetzt wissen wir schon eine ganze Menge darüber, wie der Cheetah Conservation Fund die bedrohte Tierart schützt.

Aber das Team geht noch einen Schritt weiter. Um den Konflikt zwischen Farmern und Geparden schon im Keim zu ersticken, bieten die Umweltorganisation den Rinder- und Schafzüchtern einen besonderen Schutz an: sorgfältig ausgebildete Herdenhunde.

Seit 2008 züchtet der CCF Kangals. Die Hunderasse stammt aus der Türkei und ist kräftig und mutig. Wenn sich ein tierischer Feind der Herde nähert, läuft der Hund ihm unter lautem Gebell entgegen. Da Geparden Kämpfe vermeiden, weil sie nicht so stark sind wie andere Raubkatzen, ergreifen sie dann meist sofort die Flucht.

Umgerechnet 80 Euro "Schutzgebühr" bezahlen die Farmer für so einen wuscheligen Beschützer. Bevor ein Kangal auf einer Farm einziehen kann, macht sich das Team vom Cheetah Conservation Fund ein Bild von seinem neuen Zuhause. "Denn das sind keine Haustiere", betont unser Guide. "Sie gehören wirklich nach draußen zur Herde."

Wirkt die Maßnahme denn?

"Wo die Hunde eingesetzt sind, gehen die Verluste sofort zurück!", weiß der Guide. "Aber leider glauben noch nicht alle Farmer an den Erfolg. Deshalb müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten."

 

Bei uns nicht! Wir sind nach dem Besuch überzeugt von der Arbeit des Cheetah Conservation Fund.

Auch wenn wir es traurig finden, dass es überhaupt so weit gekommen ist im Miteinander zwischen Mensch und Tier auf dieser Erde.

Zum Abschluss schauen wir uns noch den Film über die Organisation an und versuchen, die Fragen an den Mitmach-Stationen richtig zu beantworten. Und natürlich gelingt es mir am Ende auch noch, die Entdecker-Eltern davon zu überzeugen, dass wir unbedingt ein Souvenir kaufen müssen, um die Arbeit des CCF zu unterstützen!

Am Ende sage ich dem CCF "Auf Wiedersehen" - und den schönsten Tieren der Welt!
 


Nach dem Essen heißt es wieder eine Runde ausruhen! Beim Cheetah Conservation Fund haben die Geparden ein zweites Zuhause gefunden.

Entdecker-Info

Warum sind Geparden so schnell?

In drei Sekunden sind sie auf 90 Stundenkilometern, davon träumen viele Autohersteller nur!
Wie schaffen sie das nur?
Indem Mutter Natur ganz tief in die Trickkiste gegriffen hat. Alles an ihrem Körperbau ist nämlich auf Beschleunigung und Geschwindigkeit ausgelegt: von den Krallen, die sie nicht einziehen können, über ihre erweiterten Nasengänge, die möglichst viel Sauerstoff in den Körper lassen, bis hin zur biegsamen Wirbelsäule, die bei jedem Sprung einen „Gummiband-Effekt“ ermöglicht.
So perfekt sind sie als Jagdmaschine, dass sie von allen Raubkatzen die beste Erfolgsquote haben: Jeder zweite Versuch ist erfolgreich. Ihre Beute sind vor allem kleine Gazellenarten, Böcke und zur Not auch mal ein Hase.


Aber diese Geschwindigkeit hat ihren Preis: Weil Nasen- und Rachenraum mehr Platz brauchen, ist das Gebiss schwächer als bei der Konkurrenz.
Und wenn ein Gepard seine Tempo-Show abgezogen hat, ist er erst einmal müde und kann seine Beute nicht mehr gegen Löwen, Leoparden oder Hyänen verteidigen. So ist er gezwungen, so schnell wie möglich so viel Fleisch wie möglich herunterzuschlingen und sich dann schnell zurückzuziehen, bevor die Muskelprotze um die Ecke biegen.
Das ist auch der Grund, warum der Gepard vorwiegend am Tag jagt. Die anderen Raubkatzen sind nämlich eher nachtaktiv, so lässt sich zumindest schon einmal ein Teil der Konfrontationen vermeiden.

Entdecker-§§§

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8 Comments

  1. Wow! Was für Tiere! Vielen Dank, dass ihr mir sie durch diesen ausführlichen und informativen Beitrag so viel näher gebracht habt. Unglaublich, was die Natur da für Tiere geschaffen hat. Das ist ein großartiges Projekt und wird von uns bei unserer irgendwann fälligen Afrikareise direkt mit als Programmpunkt aufgenommen.

  2. Elegant, leise, wunderschöne und so gefährliche Jäger.
    Mich haben diese sanft wirkenden Tiere in Namibia sehr beeindruckt.
    In Freiheit aber wären sie mir lieber gewesen.

    Liebe Grüße, Katja

    • CJ sagt:

      Liebe Katja,
      ja, das sehe ich genauso. Vorher dachte ich immer noch, die Geparden würden wieder ausgebildet, wenn sie erst einmal gerettet und aufgezogen worden sind. Dass das nur ganz selten geht, hat mich wirklich betroffen gemacht. Ich hatte zwar den Eindruck, dass es ihnen dort sehr gut geht, aber zu sehen, wie wir Menschen alles um uns herum verdrängen, ist schon beängstigend.
      Dir vielen Dank für Deinen Beitrag!
      CJ

  3. Naninka sagt:

    Finde Geparden auch faszinierend und wunderschön. Kann deine Aussage daher voll unterstreichen 🙂

    • CJ sagt:

      Liebe Naninka, vielen Dank!
      Ich habe mir ein Video angeschaut, wie sie auf diese wahnsinnige Geschwindigkeit kommen. Das ist eine Meisterleistung der Natur!
      Hab‘ eine gute Woche!
      CJ

  4. Barbara sagt:

    Hallo liebe Entdecker,
    ich bin ja ein Fan von Katzen aller Art! Zum Glück gibt’s Hauskatzen zum Schmusen, weil die größeren Vertreter ihrer Art dafür zu gefährlich sind… Aber es ist schön, sie zu beobachten: Die Eleganz finde ich immer faszinierend!
    Geparden in freier Wildbahn – ich glaube, das habe ich noch keine gesehen. Umso besser wenn man sie so wie ihr hier erleben kann und dabei so viel darüber erfährt. Ich hoffe, dass sie weiterhin auch in der freien Natur eine Chance haben zu überleben. Und die, die gerettet wurden und nicht ausgewildert werden können, haben es hier sicherlich gut; so wirkt es jedenfalls. Danke fürs virtuelle Mitnehmen.
    Liebe Grüße
    Barbara

    • CJ sagt:

      Liebe Barbara,
      Dich nehmen wir immer besonders gern mit auf unsere Abenteuer! 😉
      Tatsächlich haben wir gar keinen Geparden in ganz freier Natur entdeckt und auch keinen Leoparden – obwohl es im Etosha Nationalpark welche gibt. Aber dort waren uns „nur“ Löwen und Hyänen und Schakale vergönnt … Es hat mich wirklich ein bisschen erschreckt, dass die Tiere es dort so schwer haben. Ich hatte vorher gedacht, dass das dort ein Paradies für die Tiere ist – aber am Ende ist auch dieses große weite Land komplett aufgeteilt unter den Menschen und überall eingezäunt. Selbst der Nationalpark, auch wenn das natürlich ein riesengroßes Gebiet ist … Das hat mich sehr nachdenklich gemacht …
      Hab‘ eine schöne Woche!
      CJ

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