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Schiffbruch in der Eisbar

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„Jarrrrrr, jarrrr, jarrrr!“

D er grimmige Seebär im Piraten-Look, der jetzt gerade mit einem riesigen Satz in die Menge springt, lässt keinen Zweifel daran, dass Landratten hier nichts verloren haben. Für seine Mission braucht er echte Abenteurer. Hartgesottene Freibeuter und unerschrockene Piratenbräute!

Denn heute geht es darum, das Ewige Eis zu erobern …
Die Geschichte des niederländischen Entdeckers Willem Barents bildet das Motto der "Xtracold Icebar" in Amsterdam.

Im Juni 1594 machten sich Barents und seine Mannschaft erstmals auf in die Arktis. Ihre Mission: die Nordostpassage zu finden, von der sich der holländische Staat und die Kaufleute erhofften, dass sie eine kürzere Verbindung nach Indien sein könnte. Die bis dato einzig bekannte Route um das Kap der guten Hoffnung herum war mühselig und gefährlich – die Konkurrenz der anderen Seemächte groß. Eine Alternative sollte her!

Also macht sich Barents mit drei Schiffen auf den Weg.

Über den Nordpol nach Indien? Worüber wir heute lächeln, war damals durchaus ein populäres Gedankenspiel. Es war noch gar nicht so lange her, dass sich überhaupt die Vorstellung durchgesetzt hatte, dass die Erde eine Kugel ist. Die exakte Anordnung der einzelnen Landteile war den Menschen noch nicht bekannt. Genauere Karten entstanden Stück für Stück nach der Devise „Trial and Error“ - und die Pfade der wagemutigen Entdecker waren mit Entbehrungen gepflastert.

Das musste auch Barents erfahren: Bei der ersten Tour machten ihm die Eisberge einen Strich durch die Rechnung – ein Jahr später war es die zugefrorene Karasee, die ihn zum Umkehren veranlasste. 1596 legt er noch einmal ab. Und wieder soll das Eis die Oberhand behalten: Das Schiff friert ein, die Crew strandet auf der Insel Nova Zembla und überlebt den arktischen Winter nur mit Müh und Not im „Het Behouden Huys“, das die Seeleute aus den Planken ihres Schiffes zusammenzimmern.

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Willem Barents gilt als Entdecker Spitzbergens.

Jetzt brauchen wir einen Zeitsprung von fast 500 Jahren – und viel Fantasie.

Denn genau dieses Szenario schwebte den Machern der Icebar vor: In der Bar – im Grunde ein großer Kühlraum, der aber dem Thema entsprechend dekoriert ist – sollen die Besucher ein wenig Arktis-Feeling à la Nova Zembla mitnehmen. Die Temperatur liegt konstant bei minus zehn Grad Celsius. Eisskulpturen laden zur Foto-Session ein. Selbst die Getränke servieren die Angestellten im Glas aus Eis.

Damit die Besucher den Temperaturen trotzen können, gibt es einen warmen Mantel und Handschuhe. Trotzdem sind wir nach 20 Minuten froh, dass wir die „unwirtliche Insel“ wieder verlassen dürfen. In der Lounge vor der eigentlichen Icebar können wir uns wieder aufwärmen und den Animateuren bei ihrem Piraten-Spektakel zuschauen. Grad nimmt Käpt'n Grimmbart nämlich einen neuen Schwung Bar-Besucher in Empfang:

„Jarrrr, jarrrrr, jarrrrr - schwingt eure faulen Knochen an Deck!“

Für Willem Barents hingegen hatte das Schicksal ein bitteres Ende vorgesehen:

Gemeinsam mit vier anderen Teilnehmern der Expedition war er den Strapazen der Überwinterung nicht gewachsen und starb am 20. Juni 1597 auf Nova Zembla.

Wer mehr über den echten Willem Barents, der als Entdecker Spitzbergens gilt, erfahren möchte, sollte das Rijksmuseum besuchen: Hier sind Expeditionsgegenstände ausgestellt, die der Norweger Edvard Holm mitbrachte, nachdem er 1871 das noch gut erhaltene Winterhaus von Barents im Eis gefunden hatte.


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Entdecker-Tipp

Weil die Bar eine beliebte Attraktion ist, ist eine vorherige Reservierung mit Zeitfenster nötig. Mit dem Eintritt in die Bar erhalten die Besucher zwei silberne und eine goldene Wertmarke, die sie in der Lounge und in der eigentlichen Eisbar in Getränke umtauschen können.

Für Kinder ist das Ereignis übrigens nicht gedacht: Der Zugang ist erst ab 18 Jahren gestattet.

Entdecker-§§§

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2 Comments

  1. Ina sagt:

    Ich kenne nur die Eisbar in Honnigsvåg in Norwegen,die nördlichste eisbar der Welt. Die hier beschriebene klingt auch sehr interessant.Da schmeißt man dann sein benutztes Glas rückwärts hinter sich ins Meer beim rausgehen und wünscht sich was. da war es auch nur -4Grad. Danke für den Tipp, da fällt mir ein ich muss unbedingt wieder mal nach amsterdam.

    Lg aus Görlitz
    Ina

    • Ines-Bianca sagt:

      Heyyyy, dankeschön! Die norwegische Variante klingt natürlich ungleich spektakulärer!!!!! Im wahrsten Sinne des Wortes cool! 😉 Da sind die Holländer deutlich reduzierter unterwegs. Was hier besonders spannend war, ist wirklich die Geschichte rund um Barents – und dass man die Expeditions-Hinterlassenschaften quasi nebenan im Museum besichtigen kann.

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