parallax background

Im Hausboot in Seenot

Gorgonzola – der Käse mit dem blauen Herzen
13. August 2018
Der Winzer, der Oldtimer sammelt
27. August 2018

„Das Fahraaaaad!!!“ Doch als ich diesen Schrei höre, ist es schon zu spät: In hohem Bogen fliegt das Leihrad vom Boot und versinkt mit einem lauten "Platsch!" im Hafenbecken.

Die Entdecker in Seenot? Was ist denn da bloß passiert? Eigentlich wollten wir doch nur eine GANZ gemütliche Hausboot-Tour machen. Auf dem an sich GANZ ruhigen Rhein-Marne-Kanal in Frankreich. Und bis eben war es auch noch GANZ friedlich! Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, die Leute am Rand grüßten freundlich, und das Schiffshebewerk öffnete seine Schleusen genau in dem Moment, als wir mit unserer „Saverne“ um die Ecke bogen.

So schipperten wir fröhlich vor uns hin.

Unter Papas Aufsicht durfte ich auch einmal schippern. Eigentlich richtig cool! Aber ich hab' mich dann doch lieber zum Schleusendienst gemeldet ...

Ich muss sagen: Wir waren schon ziemlich stolz auf unsere "Saverne". Das Boot war wirklich perfekt für uns!

Und schon an der ersten Schleuse war klar, dass das ein richtig cooler und schöner Urlaub wird! Sieht das nicht romantisch aus?!?


 

Doch dann kam die erste Wolke

Und noch eine! Irgendwann waren es echt viele Wolken. Von Sonne keine Spur mehr. Statt dessen kam ein ungemütlicher Wind auf, gefolgt von den ersten Regentropfen.

Und dann ging plötzlich alles ganz schnell – und ganz schief: Innerhalb von wenigen Minuten war das schlechte Wetter zu einem mächtigen Gewittersturm geworden!

 

„Mit einem lauten "Platsch!" versank das Fahrrad im Hafenbecken.

Im Hafen von Hesse konnte der Wind ungehindert über das Wasser pfeifen. Mit Wucht riss er Klappstühle und Sonnenschirme von den Booten am Ufer. Und während wir uns noch dazu beglückwünschten, alle losen Gegenstände auf Deck rechtzeitig in Sicherheit gebracht zu haben, passierte es eben: „Platsch!“ – und weg war unser Leih-Fahrrad, das wir doch extra am Fahrradständer festgemacht hatten!

Fortgerissen von einer mächtigen Windböe!

Zum Glück kamen vorerst wenigstens keine Schleusen mehr. Wir hätten gar nicht gewusst, wie wir bei dem Sturm heil rein- und wieder rausgekommen wären! Auch an ein Anlegemanöver war nicht zu denken. Zwischenzeitig sah man im starken Regen die Hand nicht mehr vor Augen.

 


Ab jetzt aber bitte etwas ruhiger!


Das haben wir uns gewünscht - und das war auch tatsächlich so. Der eine stürmische Nachmittag sollte wirklich eine Ausnahme bleiben.

Die restlichen Bootstage waren so friedlich, wie man sich das nur vorstellen kann. Wenn ich morgens die Äuglein aufmachte, begrüßte mich der neue Tag mit Sonnenschein. In Saverne umkreisten neugierige Schwäne unser Boot, während im Hintergrund das prächtige Schloss zu sehen war. Was für ein Anblick! Hier besuchten wir auch die Burgruine Haut-Barr – aber darüber gibt es natürlich später noch eine eigene Entdeckerstory!

Spannend wurde es immer in den Schleusen. Es dauerte ein paar Tage, bis wir den Dreh richtig raus hatten. Mal mussten wir die Taue werfen, mal mit dem Bootshaken über die Poller legen – und ab und an musste ich sogar an Land springen, um die Seile entgegen zu nehmen.

So folgten wir dem Kanal von Elsass nach Lothringen, bis wir in der prächtigen Stadt Nancy ankamen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was wir dort erlebt haben. Ich sage nur: So einen prachtvollen Platz habe ich zuvor noch nie gesehen! Aber auch dazu muss eine eigene Entdeckerstory her, finde ich …


Naaaaa? Was sagt ihr? Ist das nicht prächtig? Mama hat mir erklärt, dass das Chateau des Rohan auch "Elsässisches Versailles" genannt wird.

Schwäne fühlen sich offensichtlich sehr wohl auf dem Rhein-Marne-Kanal. Wir haben viele davon gesehen. Vor dem Schloss wirkten sie natürlich besonders gut.


Uuuuund? Habt ihr jetzt auch Lust auf so einen Urlaub?

Ich finde ihn für Kinder gut geeignet, weil man jeden Tag Neues erlebt, viel an der frischen Luft ist, im Restaurant leckere Sachen auf der Karte findet und man sich an Deck in der Sonne prima entspannen kann. Und wenn man ganz viel Glück hat, darf man das Boot auch einmal ein bisschen selbst steuern, während Kapitän Papa gut aufpasst!

Das war mein Abenteuerurlaub auf dem Boot in Frankreich. Ich hoffe, meine Story hat euch gefallen, und wir sehen – lesen! – uns bald wieder. Bis dahin verabschiede ich mich auf Französisch:

„Au revoir!“


Hausboot_Hebewerk_oben_quer_800

Entdecker-Tipp

Das Schiffshebewerk von Saint-Louis/Arzviller dürft ihr auf keinen Fall verpassen!


Das imposante Bauwerk transportiert die Schiffe in einem mit Wasser gefüllten Trog 45 Meter bergauf beziehungsweise bergab. Seit seinem Bau ersetzt es 17 Schleusen, die die Schiffer früher ewig aufgehalten haben.


Eine Stunde sollte man dafür aber mindestens einplanen, manchmal gibt es eine längere Wartezeit. Wer zufällig gerade "oben" ist, kann dann den Maschinenraum mit den großen Zahnrädern anschauen oder eine Fahrt mit der Mini-Eisenbahn entlang der alten Schleusenstrecke unternehmen.

Entdecker-Dank

Unser Entdecker-Dank geht an das Unternehmen Locaboat, das uns bei dieser Entdecker-Story unterstützt hat. Was Mama zuvor bereits im Rahmen einer gesponserten Pressereise mit dem Schiff erlebt hat, lest ihr im Online-Auftritt der Westfälischen Nachrichten.

CJ
CJ

4 Kommentare

  1. Locaboat sagt:

    Hallo,
    mit Freude haben wir deinen Super Blog angeschaut, das hast du toll gemacht!!!
    Vielen Dank für alle diese schöne Fotos.
    Wir sind echte Fans, du kannst gern wiederkommen, wenn du willst. 🙂

    Locaboat Team Lutzelbourg

    • CJ sagt:

      Danke, liebes Locaboat-Team! Das war bisher der schönste Urlaub, den ich jemals hatte – das Rumgeschippere war einfach fantastisch, und sogar das Schleusen hat Spaß gemacht. Und dann noch die schöne Landschaft – märchenhaft! Es war einfach toll bei Euch!

  2. Silke Kords sagt:

    Hi CJ,
    Sobald Julia alt genug ist, machen wir das auch – das habe ich deiner Mutter schön gesagt – und für Arne ist so ein Urlaub sicher auch etwas.

    Tolle Eindrücke konnten wir teilen !!

    Danke !

    • CJ sagt:

      Dankeschön, ich finde wirklich dass das Hausbootfahren auch für Kinder ein großer Spaß ist. 🙂
      Nicht nur das Schippern und Schleusen ist schön, sondern auch das Schwimmen in den Badeseen.
      Ich glaube, ihr werdet viel Spaß haben! :-)))

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.