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Das Märchen von den drei kleinen Kätzchen

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Es war einmal eine Königstochter.

D ie hatte drei goldene Ringe. Und sie hatte auch drei kleine Kätzchen. Die beiden älteren hießen Hedwig und Luise, und ihr jüngerer Bruder hieß Konrad Knickohr. Während die beiden großen Katzen sehr frech waren und besonders gern die Maus im Wald, den Karpfen im Teich und die Tauben auf der Schlossmauer ärgerten, versuchte Konrad, immer freundlich zu den anderen Tieren zu sein. So hatte er im Laufe der Zeit Freundschaft geschlossen mit Lena Maus, Kasimir Karpfen und den Tauben.

Eines schönen Tages ritt die Prinzessin aus. Auf einem Rastplatz im Wald hielt sie an, um ein Picknick zu machen. Als sie vom Pferd abstieg, verlor sie einen ihrer Ringe, und er rutschte in einen Spalt zwischen zwei Steinen.

Am nächsten Tag fuhr die Prinzessin mit dem Boot auf dem königlichen See. Doch als das Boot an den Steg stieß, fiel doch glatt der zweite Ring der Prinzessin ins Wasser!

Am dritten Tag unternahm die Prinzessin einen Ausflug zum Leuchtturm, weil sie den Delfinen beim Spielen zuschauen wollte. Dabei fiel ihr der dritte Ring vom Finger und blieb auf einem Felsvorsprung hoch über dem Meer hängen.

„Oje, ich habe meine drei goldenen Ringe verloren.”

Als die Prinzessin nach Hause kam, lagen die drei Katzengeschwister wie immer schnurrend auf dem Bett.

Sie erschreckten sich fürchterlich, als die Prinzessin hereinpolterte und rief : "Oje, ich habe meine drei goldenen Ringe verloren! Und sie waren mir doch so lieb! Wenn sich nur jemand fände, der sie mir zurückbringt. Ich würde ihn reich belohnen lassen! Ringlein, Ringlein, wo seid ihr? Wär' so schön, ich hätt' euch hier!" So schluchzte sie und verschwand dann, weil der König nach ihr gerufen hatte.

Die Kätzchen schauten sich an. "Da können wir vielleicht helfen", sagte Hedwig. Und Luise ergänzte selbstbewusst: "Die finden wir im Nullkommanichts! Wir machen uns auf die Suche." Als auch Konrad aufsprang, hielten die beiden älteren Geschwister ihn jedoch zurück: "Das ist nichts für so kleine Katzen wie dich - du kannst ja noch nicht einmal auf hohe Bäume klettern, du bleibst besser zu Hause. Schau' mal: Seit du neulich vom Baum gefallen bist, hast du sogar ein Knickohr!" Und mit diesen Worten machten sich die großen Katzen auf den Weg.


"Ringlein, Ringlein, wo seid ihr? Wär' so schön, ich hätt' euch hier!"

Konrad Knickohr war traurig darüber, dass er nicht helfen durfte, und ging in den Wald zu seiner Freundin Lena Maus.

"Warum bist du so traurig?", fragte die Maus das Kätzchen, und Konrad erzählte ihr die Geschichte. Da erinnerte die Maus sich daran, dass die Prinzessin im Wald an ihr vorbeigeritten war und am Lieblingsplatz der Maus Rast gemacht hatte. "Lass uns dort doch einmal nachsehen", schlug Lena vor.

Tatsächlich: Als sie am Rastplatz ankamen, sah Konrad den Ring seines Frauchens zwischen den Steinen blinken. Aber obwohl er noch klein war, kam er nicht heran. Wie gut, dass Lena dabei war. Die winzige Maus holte den Ring ganz schnell hervor. "Vielen lieben Dank, Lena", freute sich Konrad. "Das werde ich dir nicht vergessen!"

Gemeinsam machten sich Lena und Konrad auf den Weg zurück zum Schloss.

Da kamen sie am königlichen See vorbei. Dort streckte Karpfen Kasimir den Kopf aus dem Wasser und fragte die beiden:

Was macht ihr beide hier? Warum rennt ihr so schnell zum Schloss zurück?

Konrad antwortete: "Die Prinzessin hat ihre drei goldenen Ringe verloren. Einen haben wir bereits gefunden, den wollen wir ihr bringen. Ach, wie wäre es schön, wenn wir auch die anderen noch finden könnten!"

"Da weiß ich vielleicht Rat!", sagte Karpfen Kasimir, "ich habe dort am Steg etwas auf dem Grund funkeln sehen. Soll ich mal nachschauen?" Gespannt warteten Lena und Konrad am Ufer. Tatsächlich: Kasimir kehrte mit dem goldenen Ring im Maul zurück! "Vielen lieben Dank, Kasimir", freute sich Konrad. "Das werde ich dir nicht vergessen!"

Maus und Katze eilten weiter, als sie auf die Tauben stießen, die auf der Schlossmauer saßen und schwatzten. "Wohin des Weges so eilig?", wollten die Tauben wissen. Erneut erzählten Konrad und Lena die Geschichte und seufzten: "Ach, wenn wir doch auch nur noch den dritten Ring finden könnten!"

"Gurrgurr", machten die Tauben. "Da wissen wir vielleicht Rat! Als die Prinzessin am Leuchtturm war, ist ihr etwas aus der Hand gefallen. Sollen wir mal nachschauen?" Und kurze Zeit darauf kehrten die Tauben mit dem dritten Ring zurück. "Vielen lieben Dank, ihr Tauben", freute sich Konrad. "Das werde ich euch nicht vergessen!"

„Gurrgurr. Da wissen wir vielleicht Rat!”

Konrad ging glücklich nach Hause ins Schloss.

Die drei Ringe legte er in sein Körbchen und kuschelte sich daneben. Bald kamen seine Schwestern dazu. Die älteren Katzen hatten natürlich keinen der Ringe gefunden und waren schlecht gelaunt. Als Konrad sie trösten wollte, fauchten sie in an: "Du hast ja den ganzen Tag hier im Körbchen geschlafen. Was willst du schon darüber wissen, was wir nicht alles unternommen haben, um der Prinzessin zu helfen!" So beschloss Konrad, erst einmal nichts von den Ringen zu sagen.

Als dann aber die Prinzessin zurückkam und ganz verweinte Augen hatte, miaute Konrad Knickohr laut. Die Königstochter kam zu ihm und streichelte das Kätzchen zwischen den Ohren. Da erhob sich Konrad und zeigte der Prinzessin die drei goldenen Ringe. Die Königstochter jauchzte und nahm Konrad in den Arm. So dankbar war sie dem kleinen Kätzchen, dass sie ihm jeden Tag ein riesengroßes Schälchen Sahne zum Schlecken hinstellte.

Auch Lena, Kasimir und die Tauben belohnte die Prinzessin reich. Die Tauben bekamen ein hübsches Taubenhäuschen, Karpfen Kasimir einen Seerosen-Garten - und Lena durfte sogar als Hausmaus bei der Prinzessin leben. Und weil Konrad ein so freundliches Kätzchen war, durften seine Geschwister auch aus dem Sahnetopf schlecken!

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schlecken sie noch heute!


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Entdecker-Tipp

Märchenhaft

Diese Entdeckerstory ist eigentlich eine Hausaufgabe. Was meint Ihr, was wir machen sollten? Genau!

Ein Märchen schreiben!

Falls Ihr das Thema gerade auch in der Schule habt, hier ein paar Entdecker-Tipps von mir:

Was gehört in ein Märchen?

* Verzauberte magische Gegenstände

* Reime, Sprüche, Zaubersprüche

* Gut und Böse

* Das Gute siegt am Ende

* "Es war einmal..." steht immer zu Beginn

* Das Ende lautet immer: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ... sie noch heute."

* Magische Figuren, zum Beispiel Hexen, Feen, sprechende Tiere

* Magische Orte

* Ort und Zeit werden nicht genau genannt

* Spielen immer in der Vergangenheit (Zeitform: Präteritum)

* Vertreter des Königshauses (Prinzen, Prinzessinnen, Könige ...)

* Magische Zahlen (3, 7, 12, 13)

* Symbole

* Personen (oder Tiere), die Aufgaben erfüllen müssen

Vielleicht habt Ihr ja jetzt auch Lust bekommen, ein Märchen zu schreiben? Ich würde mich freuen!


CJ
CJ

4 Kommentare

  1. Yasmin sagt:

    Wie herzallerliebst. Eine wirklich coole Geschichte.Die werde ich meiner Jüngsten heut Abend erzählen.
    Euch Entdeckern einen tollen Wochenstart.

    • CJ sagt:

      Ein ganz großes Dankeschön, Yasmin! Ich hoffe, viele Kinder lesen mein Märchen und haben vielleicht sogar Lust, sich selbst eines auszudenken! Mir jedenfalls hat diese Hausaufgabe großen Spaß gemacht!

  2. Jetzt mag ich Knickohr Konrad noch viel lieber!
    Was für eine schöne Geschichte 🙂

    <3
    Michelle

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