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Mit dem Trabi durch Berlin

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Ostalgie im DDR-Kultauto

Es rattert und stottert, es rappelt und pockert: Widerwillig erwacht das olivgrüne Wägelchen mit dem Hoheitsemblem der Deutschen Demokratischen Republik zum Leben.

Ratlos schaut Beifahrer Dietmar auf den Hebel zur Rechten des Lenkrades. Er ruckt einmal hilflos daran, schiebt ihn mit Schmackes nach oben, der Fuß sucht das Gaspedal - und schon ist es geschehen! Der Wagen röhrt auf, macht einen protestierenden Satz nach vorn, und der Lichtschalter, der verdächtig dem Verschluss einer Plastikflasche ähnelt, fliegt in hohem Bogen in den Fußraum. Irgendwann zwischen Lachsalve und echtem Pioniergeist haben es die verwöhnten Westler endlich geschafft: Der Motor akzeptiert die Schaltversuche, und der Zweitakter setzt sich endlich in Bewegung.

„Halali!“ Die Trabi-Safari kann beginnen

An der East Side Gallery ereilen Mensch und Maschine Ostalgie-Gefühle.


„Mit Ausnahmegenehmigung dürfen wir fahren.”

Ein stinkender Trabi auf deutschen Straßen, und das in Zeiten strenger Abgasregelungen? In Berlin ist das noch möglich. „Dank Ausnahmegenehmigung“, erklärt Tourguide Henrik, der die bunt zusammengewürfelte Truppe zum umweltgerechten Ausgleich im schadstoffarmen E-Mobil anführt.

Henrik gehört zum Trabi-World-Team, das seine Touren in Berlin und Dresden anbietet. Zur Begeisterung der Kunden, die die Chance gern wahrnehmen, selbst einmal eine Runde im ehemaligen Kultauto der DDR zu drehen.

Schließlich vermitteln die Oldtimer ein ganz eigenes Fahrgefühl - Qualmwolken inklusive. Ein Ostalgie-Odeur, das nicht jeder Passant zu schätzen weiß: Während die einen begeistert die Smartphones und Kameras zücken, als die Truppe vorbeiknattert, bekommt der Busfahrer, der in seiner Pause eine Stulle verdrückt, einen Hustenanfall.

 

Wartezeit am Checkpoint Charlie

Die Insassen winken aufmunternd zum Fenster hinaus. Der soll sich mal nicht so anstellen! Schließlich sind sie noch zwei Stunden lang unterwegs in der rußenden Rennpappe. Ihre XXL-Tour führt sie im Konvoi einmal quer durch Berlin, vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vom Reichstag bis zur East Side Gallery.

Sogar an die diversen Grenzübergänge im wiedervereinigten Berlin hat das Trabi World-Team gedacht und jedem Teilnehmer ein Visum ausgestellt. Auch heute noch - das stellen die Trabi-Touris schnell fest - ist es durchaus ein Problem, den Checkpoint Charlie zu passieren; auch wenn das inzwischen eher an den Menschenmassen liegt, die ein Erinnerungsfoto vor Soldat und US-Flagge schießen wollen.


Selbst das Sandmännchen fährt Trabi!

Über Funk lässt Henrik seine Safariteilnehmer an allem teilhaben, was der Großstadtdschungel zu bieten hat. Der eingefleischte Hauptstädter liebt seine Stadt, das ist schon nach wenigen Metern klar. Mit echter Berliner Schnauze parliert er über Kanzler(in), Currywurst und Co. Seine liebste Sehenswürdigkeit? „Das schwankt immer“, sagt der Hüne mit der blonden Matte, „mal die Siegessäule, mal der Fernsehturm“. Auch für das Innenleben seiner Trabis hat Henrik ein Herz. Am Schloss Charlottenburg nutzt er die Gelegenheit für einen Halt und öffnet die Motorhaube eines P 601. Staunend schauen die Großstadtjäger auf das Triebwerk, das die stolzen 25 PS freisetzt. Kein Motoröl, keine Benzinpumpe, kein Kühlwasser - und läuft trotzdem!

Nach gut zwei Stunden ist das Event vorbei. Die Trabi-Tourer schälen sich aus den Pappen und strecken den Rücken durch. Nach Ungarn an den Balaton machen mit drei Kindern auf dem Rücksitz? Dafür brauchte die Familie aus Erfurt in den 80ern noch echtes Stehvermögen!

Die zwei Stunden hingegen waren ein Riesenspaß! Für den es sogar am Ende noch den Trabi-Führerschein gibt. Und siehe da! Beim Aufschlagen grinst uns nicht das eigene Konterfei entgegen, sondern ein anderes Ostalgie-Objekt aus DDR-Zeiten:

das Sandmännchen!

Entdecker-Info

"An absolute Must Do when you visit Berlin."

Das findet die New York Times - und da kann ich nur zustimmen!
 
Im Trabi-Museum erfahren Besucher nicht nur alles über den Werdegang des Kultautos, sondern können auch direkt Probe sitzen.

Entdecker-Tipp

Inhaber der Berlin WelcomeCard erhalten 25 Prozent Ersparnis.

Und auch ein Besuch im Trabi-Museum gleich nebenan lohnt sich! Hier erfahren Besucher nicht nur alles über den Werdegang des Kultautos, sondern können auch direkt schon einmal Probe sitzen.

Entdecker-§§§

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2 Kommentare

  1. Tina sagt:

    Jetzt war ich schon so oft in Berlin und habe davon noch überhaupt nichts mitbekommen 😳
    Ich würde sagen, da muss ich nochmal hin, denn das will ich auf keinen Fall verpassen. Das hört sich nämlich nach verdammt viel Spaß an 😍
    Danke für den tollen Tipp!

    • Ines-Bianca sagt:

      Liebe Tina!
      Das solltest du unbedingt machen, das ist wirklich soooo lustig! Man bekommt schon gute Laune, wenn man die Kisten einfach nur anschaut! Aber selbst damit durch die Gegend zu röhren, ist einfach großartig! Nur: Mach‘ Dich drauf gefasst, dass Du 1000-fach gefilmt und fotografiert wirst! 🙂

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